Nachfolge Deutschland

Der Generationswechsel trifft in Deutschland gerade den Mittelstand sehr hart: Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstand (IfM Bonn) steht zwischen 2014 bis 2018 in 135.000 Familienunternehmen die Nachfolge an.

 

Insgesamt suchen rund 580.000 mittelständische Unternehmen bis 2017 einen Nachfolger. Das ist jeder sechste Mittelständler. Etwa vier Millionen Arbeitsplätze hängen vom Gelingen dieser Unternehmensnachfolgen ab (Studie der Förderbank KfW).

 

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der über 60-Jährigen Firmenlenker hat sich – trotz dieser alarmierenden Zahlen – noch keine Gedanken über die Nachfolge gemacht. 

Gut jeder Vierte (26 Prozent) strebt eine Firmenübergabe innerhalb der Familie an (vgl. Studie der Förderbank KfW), wohlwissend, dass nicht jedes Kind geeignet oder motiviert ist, in die Fußstapfen der Elterngeneration zu treten.

 

Je länger die Phase der ungeklärten Nachfolge und strategischen Ausrichtung dauert, desto stärker sinken Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

 

Eine geklärte Nachfolge wirkt sich zudem positiv bei Rating-Agenturen, Banken und Finanzinvestoren aus.

 

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Sieben Gründe für Familienunternehmen

 

Warum Familienunternehmen der Gesellschaft nützen 

Wenn von "der Wirtschaft" die Rede ist, dann müssen damit immer auch die Familienunternehmen gemeint sein. Denn was viele nicht wissen: Zu diesem Unternehmenstyp zählen 91 Prozent der Firmen in Deutschland. 

 

  1. Familienunternehmen sind größter Arbeitgeber 
    Unter dem Dach der Familienunternehmen findet sich der Mehrzahl der Stellen in Deutschland. Familienunternehmen wirken stabilisierend, wenn die Wirtschaft in unruhiges Fahrwasser gerät. Das hat sich zuletzt in der Finanz- und Eurokrise gezeigt. Von 2006 bis 2012 erhöhten die 500  größten Familienunternehmen die Zahl ihrer Mitarbeiter um elf Prozent. 

  2. Familienunternehmen planen krisenfester 
    Im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften im Streubesitz investieren Familienunternehmer ihr eigenes Geld. Deswegen spielen die lang­fristigen Wirkungen ihres Handelns für sie eine große Rolle. Das ist auch der Grund, warum familienkontrollierte Unternehmen nachweis­lich Krisen besser standhalten. 

  3. Familienunternehmen bleiben ihrem Standort treu 
    Familienunternehmen sind ein wichtiger Faktor gerade für ländliche Regionen. Dort mangelt es oft an Arbeits- und Ausbildungsplätzen, da große Konzerne eher in Ballungszentren Jobs schaffen. Traditionelle Familienunternehmen bleiben ihrem Standort jedoch auch dann noch treu, wenn sie längst zum Global Player geworden sind. 

  4. Junge Fachkräfte schätzen Familienunternehmen 
    Junge Akademiker gaben an, dass bei neun von 14 abgefragten Kri­terien, Familienunternehmen aus ihrer Sicht als die besseren Arbeitgeber abschneiden als große Konzerne im Streubesitz. Zu diesen Kriterien zählen eine "gute Arbeitsatmosphäre und Teamgeist", die Möglichkeit zu eigenverantwortlichem Arbeiten sowie flache Hierarchien. 

  5. Familienunternehmen füllen den Staatshaushalt 
    Familienunternehmen zahlen ihre Ertragsteuern eher im Inland als Nicht-Familienunternehmen. Während die betrachteten Familienunter­nehmen rund 69 Prozent der Ertragsteuern in Deutschland abführten, waren es bei den nicht-familienkontrollierten Dax-Konzernen lediglich etwa 42 Prozent. 

  6. Familienunternehmen vereinen Risiko und Kontrolle in einer Hand
    Im Familienunternehmen ist Verantwortung greifbar und hat einen Namen: Risiko, Haftung und Kontrolle liegen in der Hand des Eigners. Damit gelingt den Unternehmern genau das, was andere Bereiche der Wirtschaft bereits verspielt haben: Vertrauen zu schaffen. 

  7. Familienunternehmen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung 
    Familienunternehmer fühlen sich ihren Standorten persönlich eng verbunden und übernehmen auf vielfältige Art gesellschaftliche Verant­wortung. Daher unterstützen sie die Gemeinschaft mit sozialen und kul­turellen Projekten, die über Stiftungen und Spenden finanziert werden. 

 

Quelle: B4B Themenmagazin 09.2016

 

 

Familienunternehmen im Vergleich

Familienunternehmen im Vergleich
Familienunternehmen im Vergleich zu großen Publikationsgesellschaften. Quelle: familienunternehmen.de

 

 

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